Prognoseneutral: Keine Marktprognosen aber fundamentale Entwicklungen
In unserem Vermögensverwaltungsprozess berücksichtigen wir Erkenntnisse aus der wissentschaftlichen Kapitalmarktforschung.
So ist es zum Beispiel wissenschaftlich bewiesen, dass die kurzfristige Preisentwicklung an den Finanzmärkten sehr stark einem sogenannten "Random Walk" gleicht. Dieses bedeutet nichts anderes, als dass sich die Kurse kurzfristig eher zufällig entwickeln.
Folglich ist es sinnlos, zu versuchen, die kurzfristige Entwicklung der Kurse vorherzusagen. Der Zufall kann eben nicht vorhergesagt werden. Trotzdem versuchen genau dies viele Investoren und Berater. Nicht nur private Investoren, sondern auch viele institutionellen Investoren sind diesem Irrglauben verfallen.
Langfristige Entwicklungen stabiler als kurzfristige Entwicklungen
Dem steht gegenüber, dass die langfristige Entwicklung der Finanzmärkte sehr stabil ist. Vergleicht man in den vergangenen hundert Jahren Aktien und Renten, dann haben Aktien für jeden beliebigen Zeitraum von zwanzig Jahren eine positive Rendite erwirtschaftet, und zwar eine höhere Rendite als Renten. Für Zeiträume von zehn Jahren galt diese Outperformance bis auf wenige Ausnahmen.
Für Privatanleger mag es in erster Instanz ungewohnt sein, prognoseneutral anzulegen. Bei institutionellen Investoren hat sich die Erkenntnis der fehlenden Prognosemöglichkeit, und damit die Konsequenz der prognoseneutralen Strategie bereits durchgesetzt.
Ökonomische versus Preisentwicklungen
Während kurzfristige Marktpreisprognosen keinen positiven Beitrag zu einer Anlagestrategie liefern können, berücksichtigen wir die strukturellen ökonomischen Entwicklungen in der Welt dagegen sehr stark.
Denn langfristig folgt der Marktpreis der Entwicklung der Unternehmensgewinne. Somit ist die strukturelle Entwicklung der Unternehmen und der Weltwirtschaft für uns sehr wichtig.
Dabei ist es leider nicht so, dass Entwicklungen in der Wirtschaft eins zu eins in die Preisentwicklung an den Börsen übernommen werden, weder in der Zeit, noch im monetären Umfang. Manchmal werden Entwicklung an den Kapitalmärkten vorweg genommen, manchmal möchten die Kapitalmärkte gewisse Entwicklungen erst sehr spät wahr haben. Manchmal reagiert die Preisbildung extrem auf eine Entwicklung, manchmal gar nicht. Dieses Verhalten sorgt dafür, dass die kurzfristige Preisentwicklung nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden kann.
Die Tatsache, dass wir fundamentale ökonomische Entwicklungen in unseren Portfolios berücksichtigen, hat zur Folge, dass wir nicht jede extreme Preisentwicklung an den Kapitalmärkten mitmachen, wenn die fundamentalen Fakten dieses nicht rechtfertigen. Auch wenn die kurzfristige Preisentwicklung an den Märkten manchmal in eine andere Richtung zeigt, ist diese fundamentale Berücksichtigung im Sinne des Risikomanagements für unsere Kunden.
Langfrist versus Kurzfrist
Langfristige Entwicklungen sind stabiler als kurzfristige Entwicklungen.
In erster Instanz erscheint die Tatsache, dass wir die Märkte besser langfristig als kurzfristig vorhersagen können, paradox.
Dabei ist dieses Phänomen ganz natürlich. Denken Sie zum Beispiel an das Wetter.
Die Meteorologie sagt ganz klar, dass es heutzutage noch nicht möglich ist, vorherzusagen, ob es in zwei Wochen regnen wird oder ob die Sonne scheinen wird.
Gleichzeitig wissen wir alle seit langem, im Sommer ist es wärmer als im Winter. Jahr für Jahr.
Kurzfristig bewegt sich der Preis wie ein "Random Walk". Langfristig folgt der Preis der wirtschaftlichen Entwicklung.
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