Wichtige Änderung in den YEALD Vermögensverwaltungsfonds
Managerkommentar vom 06.12.2010 - Outlook. In den letzten Tagen haben wir eine wichtige Änderung bei den YEALD Vermögensverwaltungsfonds vorgenommen. Damit Sie den Grund und die Auswirkungen dieser Änderung nachvollziehen können, möchten wir Ihnen einen systematischen Plan-Ist-Vergleich bieten. Welche Eigenschaften wurden für die YEALD Vermögensverwaltungsfonds angestrebt? Welche Ziele wurden erreicht, welche wurden nicht erreicht? Welche Konsequenzen werden daraus gezogen?
Plan-Ist-Vergleich YEALD Konservativ
Für den YEALD Vermögensverwaltungsfonds Konservativ haben wir folgende angestrebte Ziele kommuniziert:
1. Zielrendite: 5% p.a.
2. Zielvolatilität: unter 3%
3. Ziel maximaler Kursrückgang: 5%
Ad 1. Zielrendite
Mit einer erreichten Rendite von ca. Minus 4% p.a. über die letzten zwei Jahre haben wir unser Renditeziel von 5% eindeutig verfehlt. Normalerweise sind Renditeziele immer als eine durchschnittliche Rendite über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu verstehen. Vor diesem Hintergrund wäre der Betrachtungszeitraum von gut zwei Jahren noch sehr kurz. Wir haben aber zusätzlich kommuniziert, dass wir im YEALD Konservativ einen Absoluten Return anstreben. Je nach Definition von Absolute Return (die Branche hantiert unterschiedliche Definitionen), hätte das Ergebnis spätestens im zweiten Jahr wieder ausgeglichen sein müssen. Das ist nicht gelungen, sodass die Zielrendite eindeutig verfehlt wurde.
Damit diese Aussage uneingeschränkt dargestellt wird, besprechen wir die Ursachen und Konsequenzen für die Zukunft nachfolgend an separater Stelle.
Ad 2. Zielvolatilität
Das Ziel einer Volatilität von unter 3% wurde über die gesamte Laufzeit erreicht. Da in den letzten Wochen die kurzfristige Volatilität sinkt, wird die Volatilität das Ziel von 3% voraussichtlich nicht erreichen. Tendenziell wird mittelfristig eine kleine Senkung erwartet.
Ad 3. Ziel maximaler Kursrückgang
Der maximale Kursrückgang für Anleger die auf dem höchsten Kurspunkt eingestiegen sind, beträgt über 9%. Damit ist das 5%-Ziel eindeutig überschritten.
Die Ursachen und Konsequenzen für die Zukunft besprechen wir nachfolgend an separater Stelle.
Plan-Ist-Vergleich YEALD Dynamisch
Für den YEALD Vermögensverwaltungsfonds Dynamisch haben wir folgende angestrebte Ziele kommuniziert:
1. Zielrendite: 9% p.a.
2. Zielvolatilität: unter 15%
3. Ziel maximaler Kursrückgang: 15%
Ad 1. Zielrendite
Mit einer seit 22.09.2008 erreichten Rendite von ca. minus 5% p.a. haben wir unser Renditeziel von 9% eindeutig verfehlt. Im Gegensatz zum YEALD Konservativ hat der YEALD Dynamisch einen deutlich größeren Zielkorridor der Ergebnisse und einen deutlich längeren Anlagehorizont. Die erreichten Ergebnisse sind innerhalb des angestrebten Zielkorridors, auch wenn sie selbstverständlich unbefriedigend sind.
Die Ausrichtung für die Zukunft besprechen wir nachfolgend an separater Stelle.
Ad 2. Zielvolatilität
Das Ziel einer Volatilität von unter 15% wurde über die gesamte Laufzeit erreicht. Da in den letzten Wochen die kurzfristige Volatilität sinkt, wird die Volatilität das Ziel von 15% voraussichtlich nicht erreichen. Mittelfristig wird das heutige Volatilitätsniveau erwartet.
Ad 3. Ziel maximaler Kursrückgang
Der maximale Kursrückgang für Anleger die auf dem höchsten Kurspunkt eingestiegen sind, beträgt ungefähr 17%. Damit ist das 15%-Ziel leicht überschritten. Seit dem Durchschreiten des tiefsten Punktes, hat eine Erholung eingesetzt.
Analyse YEALD Dynamisch und YEALD Konservativ
Das Hauptziel unserer Anlagestrategien war und ist es, die Anlageergebnisse im Vergleich zu anderen Strategien stabiler zu machen. Nur so kann eine bessere Planbarkeit für die langfristigen Vermögensziele unserer Mandanten erreicht werden. Wie das nachfolgende Chart zeigt, war die angestrebte Stabilität im Vergleich zu anderen Strategien trotz der großen Turbulenzen an den Kapitalmärkten durchaus gegeben. Trotzdem war das Ergebnis unbefriedigend. Warum?
Der wichtigste Grund ist selbstverständlich die negative Rendite.
Die negative Rendite im YEALD Dynamisch ist durchaus im einkalkulierten Ergebniskorridor einer Strategie mit hohem Risiko-Rendite-Niveau. Die langfristigen Renditeziele sind durch die für eine dynamische Strategie verhältnismäßig kleinen Kursrückgänge überhaupt nicht gefährdet, im Gegenteil, der erreichte maximale Kursrückgang ist bedeutend kleiner als bei klassischen dynamischen Strategien, die im gleichen Zeitraum Kursrückgänge von 40 bis 50 Prozent gezeigt haben.
Im Gegensatz dazu ist die negative Rendite im YEALD Konservativ eindeutig eine Verfehlung des Ziels. Insbesondere die lange Dauer des Kursrückgangs ist nicht im Einklang mit den definierten Zielen.
Ursache
Bei beiden Vermögensverwaltungsfonds liegt die Ursache für die negative Rendite nicht in einer möglichen Überschreitung des angestrebten Risikobudgets. Beide Vermögensverwaltungsfonds haben sich innerhalb ihrer angestrebten Volatilität bewegt.
Auch hat die Mehrheit der eingesetzten Strategien erwartungsgemäß positive Ergebnisse geliefert.
Die Hauptursache für die negative Entwicklung lag in der negativen Entwicklung dreier eingesetzten Strategien - zwei Währungsstrategien und ein Multi-Strategie-Hedgefonds - , die deutlich größere abwärtsgerichtete Schwankungen realisierten, als das je in der Vergangenheit der Fall war. Dadurch, dass diese Strategien sich genau gleichzeitig negativ entwickelten, war die gegenseitig ausgleichende Wirkung kleiner und es entstand eine besonders ungünstige Konstellation.
Änderungen
Wir haben in beiden Vermögensverwaltungsfonds die bisher jeweils größten Änderungen vorgenommen. Ziel dieser Änderungen ist es, die Wahrscheinlichkeit größerer negativer Überraschungen erheblich zu verringern ohne dabei die Strategie der beiden Vermögensverwaltungsfonds zu verwässern.
Die entfernten Strategien wurden durch insgesamt vier Strategien ersetzt. Diese Strategien sind alle marktneutral (Aktien marktneutral, Merger Arbitrage Long-Short, Volatilitätsstrategie) beziehungsweise multi-direktional (sehr breit diversifizierter Multi-Strategie-Hedgefonds), sodass sie deutlich besser mit möglichen Extremereignissen in der Wirtschaft und am Kapitalmarkt umgehen können als klassische Long-Only Strategien in Aktien und Renten.
Aufgrund unterschiedlicher Handelsmodalitäten und Abwicklungszeiten der Zielinvestments werden die Änderungen in den YEALD Vermögensverwaltungsfonds im Laufe der nächsten zwei Wochen ergebniswirksam. Obwohl es keinen Sinn machen würde, den Vermögensverwaltungsfonds mit einem Anlagehorizont von lediglich einem halben Jahr auszustatten, müssten die positiven Effekte aus diesen Änderungen innerhalb von 3 bis 6 Monaten deutlich in den Ergebnissen sichtbar werden, wohlmöglich auch früher.
Strategie
In Zeiten schnell steigender Renten- und Aktienmärkte ist es nicht immer leicht, der Versuchung, Renten und Aktien als Long-Only-Strategien in die Portfolios aufzunehmen, zu widerstehen. Am Ende des Tages können wir aber nur unserer tiefen Überzeugung folgen. Wir haben Ihnen konsequente Strategien, die langfristig stabiler sind und eine gute Rendite bieten, avisiert. Es wäre nicht in Ihrem Sinne, wenn wir bei dem ersten stärkeren Gegenwind unsere Prinzipien verlassen würden.
Als Anleger in den YEALD Vermögensverwaltungsfonds sind Sie wahrscheinlich von der YEALD-Investmentphilosophie überzeugt. Sie werden Ihrer Überzeugung aber nur langfristig treu bleiben können, wenn Sie auch kurzfristig den Beweis sehen, dass die Entwicklung der Vermögensverwaltungsfonds in die richtige Richtung geht.
Durch die Änderungen wird in beiden Vermögensverwaltungsfonds, insbesondere im YEALD Konservativ, die Wahrscheinlichkeit größerer negativer Kursbewegungen erheblich gesenkt. Gleichzeitig bleiben wir unserer Philosophie und den Strategien der beiden YEALD Vermögensverwaltungsfonds treu. Weil die Änderungen ohne Verwässerung der Strategie möglich sind, bleiben auch die Renditeziele langfristig intakt.
Ausblick
Die Wirtschaft und Kapitalmärkte werden immer stärker zwischen extremen Entwicklungen hin- und hergerissen. Auf der einen Seite verbuchen die Unternehmen hohe und wachsende Gewinne. Auf der anderen Seite geraten die Volkshaushalte immer tiefer in den Strudel der Kredit- und Haushaltsprobleme. Entgegen der allgemeinen Erwartung ist die Arbeitslosigkeit in den USA wieder gestiegen. Der Internationale Währungsfonds und die Weltbank warnen China vor den katastrophalen Folgen ihrer Immobilienblase. Und Deutschland kann und will sich den Kreditproblemen der anderen Euro-Länder nicht mehr entziehen.
Im Aktienmarkt ist die Bewertung bereits wieder auf historisch hohem Niveau. Nur wenn das Gewinnwachstum sich in den nächsten Jahren uneingeschränkt fortschreiben lässt, ist das heutige Bewertungsniveau gerechtfertigt. Jede Beeinträchtigung durch eine sich abkühlende Konjunktur könnte eine Korrektur mit potenziell hohen Kursverlusten auslösen.
Im Rentenmarkt ist der Zenit bereits erreicht. Die Zinsen sind extrem niedrig und Kursgewinne sind dadurch kaum noch möglich. Die Abkehr von der Politik des billigen Geldes würde eine Korrektur mit potenziell hohen Verlusten in der einst so sicheren Anlageklasse der Anleihen auslösen.
Gerade hat Ben Bernanke angekündigt, trotz der internationalen Proteste, die Märkte notfalls mit weiteren, neuen Geldern zu fluten. Hiermit treibt er die Inflation, die sich zwar jetzt noch nicht in den USA durchschlägt, aber in anderen Ländern längst importiert ist, weiter an. Obwohl Bernanke immer verneint hat, die Haushaltslage der USA durch Inflation entlasten zu wollen, sprechen die Fakten eine andere Sprache. Wir nähern uns diesem Szenario mit solch großen Schritten, dass es wirklich nicht mehr ausgeschlossen erscheint, mit allen Folgen auch für den Rest der Welt.
Diese für Long-Only Renten- und Aktienstrategien bedrohlichen Entwicklungen bestätigen uns darin, die Prinzipien unserer Investmentphilosophie nicht aus den Augen zu verlieren und aus der Überzeugung heraus zu handeln. Die Finanzkrise ist nicht vorbei. Im Gegenteil, da die Politik des billigen Geldes weiter fortschreitet als auch wir für möglich gehalten haben, wachsen die Risiken weiterhin.
Die Balance zwischen Kurz- und Langfrist

Ein großer Vorteil von Alternativen Investments ist, dass sie wenig oder nicht mit den Renten- und Aktienmärkten korreliert sind. Hierin liegt aber auch die mentale Herausforderung für den Anleger. Denn, die Ergebnisentwicklung der YEALD Vermögensverwaltungsfonds verläuft nicht parallel zu der Ergebnisentwicklung der Aktien- und Rentenmärkte. Im ersten Jahr nach Fondsauflegung haben wir dadurch große Verluste vermieden. Im zweiten Jahr haben wir im Vergleich zu den Märkten deutlich schlechter abgeschnitten.
Dass wir im Zuge unserer Strategie kurzfristig negative Verluste produziert haben, ist für Sie und für uns enttäuschend und unbefriedigend. Die vorgenommenen Änderungen werden ab Mitte Dezember ergebniswirksam. Sie haben zum Ziel, kurzfristig - in den nächsten drei bis sechs Monaten - positive Kursentwicklungen zu realisieren.
Wir meinen und hoffen, mit diesen Anpassungen in Ihrem Sinne zu handeln.
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