Managerkommentar 28.07.2009 - Focus: Drawdowns sind ein normaler Bestandteil der Strategie und oft ein Auftakt für überdurchschnittliche Kursgewinne

Während der YEALD Vermögensverwaltungsfonds Konservativ UI in den letzten Wochen wieder einen Aufwärtstrend zeigte, war die Entwicklung im YEALD Vermögensverwaltungsfonds Dynamisch UI weiterhin nicht zufriedenstellend. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, ob die dynamische Strategie grundlegend angepasst werden müsste. Die Antwort lautet eindeutig nein. Warum, möchten wir Ihnen in diesem Managerkommentar erläutern.

Kursrückgänge (Drawdowns) sind zwar unerwünscht, jedoch immer ein inhärenter und unvermeidbarer Bestandteil erfolgreicher Anlagestrategien. Es gibt keine dynamischen Anlagestrategien mit hohen Renditen ohne Drawdowns. Die eigentliche Frage ist, welche Renditen und welche Drawdowns wir von welchen Anlagestrategien erwarten können. Während der Kern konventioneller dynamischer Strategien aus Aktien besteht, besteht der Kern der dynamischen YEALD-Strategie aus trendfolgenden Managed Futures-Systemen in allen Bereichen des Kapitalmarktes. Machen wir den Vergleich.

Aktien und Managed Futures im Vergleich

Obwohl Aktien über den Zeitraum der letzten zehn Jahre eine negative Rendite lieferten, könnten wohlwollend und bei einer längerfristigen Betrachtung durchschnittliche Renditen von ungefähr 10 Prozent p.a. unterstellt werden. Wie die aktuelle Finanzkrise gezeigt hat, liegt das sogenannte Maximum Drawdown (der maximal eingetretene Kursrückgang in der Vergangenheit) bei ca. 50 Prozent.

Managed Futures Strategien liefern im Vergleich deutlich überlegene Ergebnisse. Die durchschnittliche Rendite in den letzten zehn Jahren, aber auch bei einer längerfristigen Betrachtung, liegt deutlich über 15 Prozent p.a.. Gleichzeitig liegt das Maximum Drawdown bei ca. 20 Prozent. Somit ist die Managed Futures-Strategie sowohl in der Rendite als auch beim Maximum Drawdown deutlich besser.

Ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Strategien ist die Tatsache, dass Maximum Drawdowns bei Aktien durchaus einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren einnehmen können, während die längsten Maximum Drawdown-Zeiträume bei Managed Futures bei 6 bis 7 Monate liegen. Zudem ist der Zeitraum der Erholung nach Drawdowns mit typischerweise 3 bis 4 Monaten sehr viel kürzer als bei Aktien.

Hohe Kursgewinne nach Drawdowns

Noch interessanter ist die Tatsache, dass die Rendite in den nächsten 12 Monaten nach einem Maximum Drawdown bei Managed Futures oft sehr hoch ist. Obwohl wir es Ihnen nicht garantieren können, zeigt die Vergangenheit, dass Schwächephasen, so wie wir sie jetzt in den Managed Futures-Strategien im Portfolio erleben, oft schnell von Phasen mit hoher Rendite gefolgt werden.

Dieses lässt sich auch fundamental nachvollziehen. Der Grund, dass die Managed Futures-Strategien im dynamischen Portfolio in den letzten Monaten keine guten Resultate lieferten, liegt in der Tatsache, dass die Märkte sehr unentschlossen waren. Sogar die Trends, die sich herausbildeten, waren in sich sehr volatil mit sehr scharfen Intraday-Gegenbewegungen. Weil die Managed Futures-Fonds ein sehr stringentes Risikomanagement haben, wurden Positionen aufgrund der starken Gegenbewegungen oft frühzeitig wieder abgebaut. Hierdurch konnte kein Geld verdient werden. Die Historie zeigt aber, dass die Märkte in der Regel nicht länger als einige Monate unentschlossen sind und sich danach meistens ein stabilerer Trend herausbildet. Ob es sich dabei um eine Aufwärts- oder Abwärtsbewegung handelt ist unerheblich, denn Managed Futures können in beiden Marktrichtungen Geld verdienen, vorausgesetzt der Trend ist verwertbar stabil.

Nachfolgend zeigen wir Ihnen Daten und Grafiken, die das Verhalten von Managed Futures-Strategien besser nachvollziehbar machen.

Drawdowns und Erholung in Managed Futures-Strategien

Nachfolgend sehen Sie beispielhaft für unser Portfolio von mehreren Managed Futures-Strategien die historische Entwicklung von zwei Managed Futures-Strategien (MAN und Tulip Trend). Diese beide Strategien haben in den letzten Monaten die stärkste Kursrückgänge in unserem Portfolio verzeichnet. Wie Sie sehen, hat es auch in der Vergangenheit mehrere große Drawdowns gegeben, die in Prozenten gerechnet teilweise größer waren als das Drawdown, das wir momentan erleben. Ebenso ist leicht erkennbar, dass die Drawdowns nicht Jahre, sondern Monate dauerten, und dass unmittelbar nach den Drawdowns sehr gute Wertentwicklungen folgten. Etwas längerfristig betrachtet sind die aktuellen Verlustbringer die besseren Performer im Portfolio.

Quelle: Bloomberg / MAN und Tulip Trend

Daten zu Drawdowns und Erholung

Nachfolgend sehen Sie eine detaillierte Analyse der Drawdowns und Erholungen in der MAN-Strategie. Sie sehen die Größe der Drawdowns in Prozenten, die Rendite die in den 12 Monaten nach dem Drawdown erwirtschaftet wurde, die Dauer der Drawdowns, sowie die Dauer bis zur Erholung vom Drawdown.

Quelle: MAN Investments

Bei Managed Futures wird Geduld in der Regel schnell belohnt

Wie die aktuelle Entwicklung im YEALD Vermögensverwaltungsfonds Dynamisch UI zeigt, sind auch Managed Futures-Strategien nicht frei von Kursschwankungen. Die maximal eingetretenen Kursrückgänge sind jedoch deutlich niedriger und kürzer als bei Aktienstrategien. Gleichzeitig ist die Rendite von Managed Futures-Strategien deutlich höher als die von Aktien. Die Geduld von Anlegern in Schwächephasen wird bei Managed Futures hinterher oft mit überdurchschnittlich hohen Kursgewinnen belohnt.

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Marcel van Leeuwen

Mitglied im VuV

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