Managerkommentar 26.03.2010 - Outlook: Griechenland vorerst gerettet und Inflationsgefahr steigt weiter
Griechenland ist vor der Insolvenz gerettet, vorerst. Denn, die eigentliche Arbeit zur Heilung der Staatsfinanzen steht noch bevor. Ebenso steht der Beweis, ob Griechenland die notwendigen Einschnitte tatsächlich machen will und kann, noch aus. Der von Angela Merkel forcierte Kompromiss, der nicht nur bilaterale Hilfe durch Euro-Länder, sondern auch Hilfe durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) beinhaltet, bietet Griechenland zwar eine Rettung, zeigt aber gleichzeitig auch das grundsätzliche Problem bei der Bewältigung der Krise in den Staatshaushalten.
Wenn es einem Land, das wie Griechenland weit über seinen Verhältnissen gelebt hat und dazu noch versucht hat, den desolaten Zustand seiner Finanzen bewusst zu verschleiern, erlaubt wird, das Problem mit zusätzlichem Geld zu „lösen“, stehen wir vor dem finanziellen Supergau. Deswegen hat Merkel dafür gekämpft, den IWF mit seiner Erfahrung, strengen Bedingungen und konsequenter Überwachung des Schuldners, mit an Bord zu bringen.
Wir können heilfroh sein, dass Merkel für die Stabilität des Euros kämpft. Aber der Kompromiss zeigt ein Rückzugsgefecht.
Für die Stabilität des Euros und damit unseres Vermögens wäre es besser gewesen, Griechenland zu zwingen, den Scherbenhaufen selbst vollständig zu beseitigen. Nur so wird die Budgetdisziplin aller Länder gestärkt. Politisch war es aber offenbar unmöglich, Griechenland vorübergehend aus dem Euro zu entlassen, bis das Land wieder Ordnung im eigenen Laden hergestellt hätte.
Der gefundene Kompromiss ist aus zwei Gründen gefährlich
Erstens sendet diese Vorgehensweise an die anderen Euro-Problemländer Portugal, Spanien, Italien und Irland das Signal, dass Hilfe geleistet wird, bevor das betreffende Land überzeugende Schritte unternommen hat, das eigene Problem in den Griff zu bekommen. Sanfte Heilmeister machen bekanntlich stinkende Wunden. Nicht umsonst wurde auf Druck von Merkel gleichzeitig beschlossen, die Sanktionen gegen notorische Schuldenmacher zu verschärfen.
Zweitens müsste bereits heute schon alles getan werden um die drohende hohe Inflation zu vermeiden. Denn, obwohl im Moment keine nennenswerte Inflation sichtbar ist, ist die Gefahr einer hohen Inflation groß. Die Ursache dieser Gefahr liegt in der Geldmenge. Durch das „Quantitative Easing“ (Lockerung der Geldpolitik durch Ankauf von Wertpapieren durch die Zentralbank, Geldexpansion ohne physisch Geld zu drucken), das nach den niedrigen Zinsen für eine zusätzliche Ausweitung der Geldmenge gesorgt hat, sind die Preise in nahezu allen Assetklassen massiv gestiegen, neben Aktien und Renten insbesondere auch bei Rohstoffen und Energie. Mit diesem Preisanstieg ist der Samen für eine zukünftige Inflation bereits gesät. Denn, die höheren Preise für Rohstoffe und Energie werden, wenn auch nur teilweise, zu höheren Preisen bei Produkten und Dienstleistungen führen. Auch wenn grundsätzlich argumentiert werden könnte, der Markt lässt gegenwärtig keine Preissteigerungen zu, weil der Konsument nicht dafür bezahlt, finden diese Preissteigerungen oft schleichend und indirekt statt. Der Konsument bezahlt unbewusst mehr. An dieser Stelle ist es wichtig, zu erkennen, dass der Griechenland-Kompromiss ein weiterer Schritt zur Erhöhung der inflationären Gefahr ist. Dabei ist es nicht so, dass die Euro-Länder alleine der Inflationsgefahr ausgesetzt sind. Auch die USA und China haben ihre eigenen Probleme und alle Länder weltweit sind von den Folgen betroffen.
Inflationsgefahr und Inflationsschutz
In einem nächsten Managerkommentar werden wir tiefer auf die Gefahr der Inflation eingehen. Ebenso werden wir erläutern, warum Alternative Investments als Inflationsschutz geeignet sind.
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