Managerkommentar 13.07.2010 - Update: Unternehmensgewinne entwickeln sich besser als Gesamtwirtschaft
Die Gesamtwirtschaft befindet sich derzeit in einer zwiespältigen Lage. Einerseits sind die Unternehmensgewinne in letzter Zeit deutlich gewachsen. Andererseits ist die gesamtwirtschaftliche Entwicklung weiterhin schwach. Ohne Konjunkturprogramme, Niedrigzinsen und erhöhte Liquidität wäre die Entwicklung noch schwächer und womöglich negativ. Vor diesem Hintergrund trauen die meisten Länder und Notenbanken sich noch nicht, den unvermeidlichen Exit aus dem billigen Geld durchzusetzen. Trotz des zwiespältigen Umfelds haben sich die YEALD-Strategien in letzter Zeit positiv entwickelt.
Unternehmensgewinne
Die Unternehmensgewinne haben sich in den letzten Quartalen gut entwickelt. Die Hauptursache hierfür ist die Angst der Regierungen und Notenbanken vor dem Rückzug aus dem billigen Geld. Die Wirtschaft wird weiterhin auf Pump gefördert. Hierzu später mehr. Vor diesem Hintergrund müssten die Aktienmärkte eigentlich einen positiven Ausblick bieten. Die anstehende Berichtssaison der Unternehmen wird einen Aufschluss darüber geben, ob sich die positive Entwicklung der Unternehmensgewinne fortsetzt, wir erwarten eine weiterhin positive Entwicklung. Trotz der positiven Aussichten war der Aktienmarkt in jüngster Zeit sehr zögerlich. Die Ursache hierfür liegt nicht in den kurzfristigen Unternehmensaussichten, sondern im unvermeidlichen Rückzug aus dem billigen Geld, was zu einem Rückgang der Nachfrage führen wird, und in den Problemen der Staatshaushalte.
Die Probleme der Staatshaushalte
Nicht nur Griechenland hat Probleme mit dem Staatshaushalt. Viele Länder, inklusive der USA, Großbritannien, Italien, Frankreich, Japan und China haben Probleme in ihrem Staatshaushalt. In den meisten Ländern befinden die Probleme sich in der Staatsbilanz, in manchen Ländern, wie zum Beispiel in China, sind die Probleme in den Bankbilanzen ausgelagert. Im Ernstfall werden die Bankprobleme jedoch verstaatlicht, wodurch sie letztendlich in der Staatsbilanz landen.
Der Rückzug aus dem billigen Geld
Der Rückzug aus dem billigen Geld ist unvermeidbar aber ebenso unerwünscht. Wird das billige Geld jetzt abgezogen, könnte die wirtschaftliche Erholung abgewürgt werden. Wird das billige Geld nicht zurückgeführt, werden weitere Assetblasen entstehen und platzen. Das Platzen von Assetblasen bringt den Banken Probleme, die anschließend verstaatlicht werden. Je länger der Rückzug aus dem billigen Geld dauert, desto größer wird das nachfolgende Problem. Denn, die hohen Preise bei Anleihen, Aktien, Rohstoffen, Energie und Immobilien konnten nur aufgrund des billigen Geldes entstehen. Ein Rückzug aus dem billigen Geld trägt per Definition die Gefahr starker Preiskorrekturen in allen Assetklassen in sich. Ein Beispiel ist die aktuelle Immobilienblase in China. Die chinesische Regierung versucht gegenwärtig, die exorbitante Preisentwicklung zu bremsen. Hierdurch entsteht die Gefahr einer starken und aus chinesischer Sicht unerwünschten Preiskorrektur in den nächsten Jahren.
Der Kampf zwischen Konjunktur auf Kredit und Sparen
Vor der jüngsten G-20 Tagung hat Präsident Obama für eine Verlängerung der konjunkturellen Stimuli geworben. Kanzlerin Merkel ist ihm nicht gefolgt. Die im internationalen Vergleich ohnehin kleinen deutschen Konjunkturmaßnahmen sollen abgebaut werden und die deutsche Regierung will bereits jetzt mit dem Sparen anfangen. Als exportorientiertes Land hat Deutschland es in dieser Frage leichter als andere Länder. Wir können im Inland sparen und gleichzeitig von den Konjunkturmaßnahmen im Ausland profitieren. Während die eine Hälfte der Ökonomen auf die Gefahr einer Deflation hinweist, weist die andere Hälfte darauf hin, dass nur ein finanziell gesundes Deutschland die Stabilität in der Eurozone garantieren kann. Umgekehrt haben die Amerikaner den Vorteil, dass der US Dollar trotz eines ungesunden Staatshaushalts der „Safe Haven“ in Krisenzeiten ist, wodurch die USA sich weiterhin mehr Schulden erlauben können als der Rest der Welt. Doch auch die USA können und dürfen den Bogen nicht zu weit überspannen.
Anlagestrategien
In der grundsätzlichen Ausrichtung der Anlagestrategien Konservativ und Dynamisch hat sich in den letzten Monaten nichts verändert. Es sind jedoch in beiden Portfolios weitere Positionen hinzugefügt worden.
Konservativ
In die konservative Strategie sind die Strategien „Währungen Emerging Markets Long/Short Systematisch“ und „Währungen Long/Short Diskretionär“ aufgenommen worden. Beide Strategien haben einen Absolute Return Charakter.
Die erste Strategie handelt ein Portfolio von Emerging Markets Währungen gegen ein Portfolio, das zu 50% aus dem US Dollar und zu 50% aus dem Euro besteht. Hierbei können die Emerging Markets Währungen sowohl Long als auch Short gegenüber Euro/Dollar gehandelt werden. Das Emerging Markets Portfolio wird aktiv verwaltet, um Risiken frühzeitig zu vermeiden Das Dollar-Risiko wird gegenüber dem Euro abgesichert. Die zweite Strategie ist eine tradingorientierte Macro-Strategie im Bereich der Währungen. Aufgrund von Wirtschafts- und Markentwicklungen handeln Trader eines institutionellen Hedgefonds Long- und Short-Positionen in Währungen. Während wir in der Regel systematische, regelbasierte Anlagestrategien bevorzugen, ist diese Position eine der wenigen Positionen, die primär diskretionär verwaltet werden.
Dynamisch
Das dynamische Portfolio ist um eine systematische Multi-Asset Macro Strategie erweitert worden. Hierbei führen Entwicklungen in der Wirtschaft und an den Kapitalmärkten zu Long- und Short-Positionen in allen Assetklassen. Die Strategie hat eine relativ hohe Volatilität und ein hohes Renditepotenzial. Weil diese Strategie sich nicht synchron zu anderen enthaltenen Strategien verhält, kann die Volatilität teilweise ausgeglichen werden, ohne dabei auf Renditepotenzial zu verzichten.
Positive Anlageergebnisse
Nach den zufriedenstellenden Ergebnissen im Jahr 2008 und den nicht zufriedenstellenden Ergebnissen im Jahr 2009, verzeichnen beide Strategien in jüngster Zeit positive Entwicklungen. Der Grund hierfür liegt nicht bei den neu aufgenommen Strategien, sondern bei den bereits länger enthaltenen Strategien. Während diese Strategien sich im Jahr 2009 unterdurchschnittlich entwickelt haben, kehren sie aktuell zu ihrer gewohnten Form zurück. Was uns ebenfalls freut, ist, dass wir diese positive Entwicklung erreichen konnten, ohne in klassische Long-Only-Strategien investiert zu haben. Diese alternative Ausrichtung bleibt weiterhin beibehalten, denn, die großen Probleme der Finanzkrise sind noch keineswegs überwunden. Wir möchten sowohl von Auf- als auch von Abwärtsbewegungen an den Finanzmärkten aber uns auf keinen Fall auf Gedeih und Verderb von der Notwendigkeit einer Aufwärtsbewegung an Aktien- und Rentenmärkten abhängig machen. Die Folgen der Finanzkrise werden uns auch in den nächsten Jahren begleiten. Wir sind zuversichtlich, dass wir Ihr Vermögen gut durch die bevorstehenden turbulenten Zeiten lotsen können.
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